Auf nach China

Am 31. Oktober 2015 machten wir fünf Gailtaler, das sind Sibylle, Michaela, Inge, Phillip und Sigrid uns auf den Weg nach Shanghai um Larissa zu besuchen. Nach einem Direktflug von Wien nach Peking (Bejing – Bej=Nord) standen wir am 1.11. gegen Mittag Ortszeit nach ca. 9 ¾ h Flug das erste Mal auf chinesischem Boden. Begleitet vom ehemaligen Koch des Hermagorer Chinarestaurants gabs dann die ersten kulinarischen Eindrücke in einem klassischen Restaurant in der Nähe unseres Hotels.Nach einem Abendspaziergang in der Fußgängerzone der Altstadt – ungewohnt düster – und einem echten chinesischen Bierchen ging es ab in die wohlverdiente Nachtruhe.

Am 2. November erwartete uns bereits um 7:30 Uhr unsere entzückende Reiseleiterin Sky, die uns nach Mutianyu zu einem Abschnitt der Chinesischen Mauer im Stadtbezirk Huairou 70 km nordöstlich von Peking begleitete. (Dieser ist 22 Kilometer lang und damit der längste und besterhaltene Abschnitt, der für Touristen geöffnet ist.)  Nach kurzer Fahrt mit einer Kabinenbahn standen wird dann da, auf der Chinesischen Mauer, bei wunderschönem, warmen, windstillen Herbstwetter, blauem Himmel und waren total happy.

Auf der Rückreise besuchten wir noch den Sommerpalast mit dem Beihai Park (bevorzugter Aufenthaltsort des Kaiserhofes in den feucht-heißen Sommermonaten). Entlang des Ufers des Kunming-Sees sowie der sich nördlich davon erstreckenden Hügelkette verteilen sich unzählige Bauten und Gärten – Brücken, Hallen, Gänge u.a. auch der 728 m lange „Wandelgang“ und das Marmorboot, auf dem in früherer Zeit die Adeligen ihren Tee eingenommen haben. Der Abend klang diesmal mit einem Hot-Pot-Essen und dem Erkunden der näheren Umgebung aus.

Am nächsten Tag standen Himmelstempel, Tian Anmen Platz und die verbotene Stadt am Programm. Es ist unglaublich wie riesig all diese (Palast-)Anlagen sind. Auf alle Fälle empfiehlt sich eine Besichtigung mit Reiseleitung.  Da diese Touristenmagnete auch von der chinesischen Landbevölkerung gerne besucht werden und diese mit Europäern sehr selten in Berührung kommt, waren wir selbst immer wieder begehrtes Fotomotiv. Besonders beeindruckt hat uns aber – abgesehen von den Bauten selbst – der Park am Himmelstempel, der von ganz vielen Pensionisten für die körperliche Ertüchtigung, zum gemeinsamen Singen, Tanzen und „Stricken“ genützt wird. Unser Programm endete mit einem Besuch einer Familie in einem sog. Siheyuan (komplett ummauerter, nicht einsehbarer Wohnhof) – in den Hutongs (traditionelle besonders für Peking bekannte Gassenviertel). Die Anreise erfolgte mit einer Dreirad-Rikscha. Die vielen Eindrücke mussten natürlich bei einem ausgezeichneten Cappuccino und chin. Bierchen nachbesprochen werden.

Am 4. November fuhren wir mit dem Taxi quer durch die ganze Stadt zum Silk Market. Ein ganz besonderer Ort für jene, die günstig Markensachen kaufen möchten und sehr gerne handeln. Wir hatten jede Menge Spaß dabei. Den Nachmittag nützten wir noch für eine Fahrt zu den künstlich angelegten „Hinteren Seen“ (Huhai Lakes), wo wir in den Musikbars dem Livegesang junger Chinesen lauschten, die Seepromenade entlang flanierten und uns am Heimweg den Kick einer U-Bahnfahrt während der Rushour gaben.

Am nächsten Morgen hieß es auf zur South Railway Station und ab nach Shanghai. Mit dem Schnellzug (ca. 300 km/h) benötigten wir für die 1.300 km lange Strecke rund 5h und wurden am Bahnhof bereits von Larissa erwartet.

Schon die Taxifahrt in die Stadt war beeindruckend. So viele Hochhäuser, hell beleuchtet und ganz anders als Peking. Da unserer Hotel sehr gut gelegen war  konnten wir am Abend noch den Bund besuchen. Das ist die Prachtstraße, die in der Innenstadt (Xi-Pu) am Westufer des Flusses Huangpu liegt und wunderschöne alte Prachtbauten aufzuweisen hat. (Xi=West und Pu= vom Fluss) Auf der anderen Seite des Flusses liegt das Stadtviertel Pudong (dong=Osten) mit seinen Hochhäusern und Glaspalästen. Nach der Ladiesnight auf einer Dachterrasse am Bund und einem Einkehrschwung im „Hause of Blues & Jazz“ fielen wir erschöpft ins Bett. Nein ins Bett fallen darf man in chinesischen Hotelbetten nicht, dafür sind die Matratzen zu hart, aber es lässt sich wunderbar darauf schlafen.

Auch der nächste Tag erwartete uns mit blauem Himmel und ca. 23° C. Zuerst stand ein Besuch des wunderschönen Yuyuan-Gardens auf dem Programm. Dieser liegt in der Altstadt von Shanghai und ist über die berühmte „Zicke-Zacke-Brücke“ erreichbar. (Chinesische Geister können nämlich nur geradeaus gehenJ) Bei der anschließenden Teezeremonie konnten wir den Ausblick auf die alten Dächer und die Wolkenkratzer im Hintergrund genießen. Gegensätzlicher geht es fast nicht mehr. Diese Skyscraper waren dann auch der nächste Punkt auf unserer Besichtigungstour. Ausgestreckt auf den Steinbänken schweiften unsere Blicke in den blauen Himmel, eingerahmt von den beeindruckenden Stahl- und Glasgebäuden im Finanz- und Handelszentrum im Stadtviertel „Pudong“. Der höchste Turm, der aussieht wie ein Flaschenöffner, das Shanghai World Financial Center, hat eine Endhöhe von 492 m, bei 101 Stockwerken. Wunderschön und berühmt ist auch der Shanghai Fernsehturm. Und da frische Luft bekanntlich auch hungrig macht, gab es am Abend eine ganz besondere Gaumenfreude. Nach kurzem Anmarsch durch die Einkaufsstraße Nr. 1 von ganz China – der Nanjing-Road – hier reiht sich eine Luxusmarke an die nächste – durften wir uns in einem japanischem Restaurant am Teppanjaki-Grill verwöhnen lassen. Ebenfalls im Restaurant anwesende Kanadier sorgten mit „Sake-Bombs“ für „Bomben“-Stimmung. Der Abend fand ein gemütliches Ende bei einem Cocktail im Französischem Viertel.

Mittlerweile hatten wir den 7. November, der Jadebuddha-Tempel wartet schon auf uns. Der Tempel wird nach wie vor aktiv von den Gläubigen genutzt. Auch wohnen dort in der Anlage einige Mönche. Bekannt ist der Tempel für seine weiße ca. 1,9 m hohe Jadebuddha-Statue. Sie soll angeblich aus einem Stück gefertigt sein. Nach so viel „Religiösität“ war es Zeit für ein Kontrastprogramm. Also fuhren wir ins französische Viertel und besuchten „Tianzifang“. Ein Touristenviertel mit ganz vielen Cafes, Bars und Souveniershops und einem ganz besonderem Flair. Mit Genuss gönnten wir uns einen der wirklich guten Cappuccinos. An diesem Abend reichten unsere Kräfte gerade noch für den Besuch der Bar im Dachgeschoß des Hyatt.

Frisch und munter erwartete uns unsere Reiseleiterin „ChinChin“, die uns in das 1000 Jahre alte Wasserstädtchen Tongli ca. 1,5 h südwestlich von Shanghai begleitete. Ein Besuch in Tongli ist ein wohltuender Kontrast zu den Megastadt Shanghai. Eine hübsche Altstadt mit Wasserkanälen und vielen – auch handwerklichen – Shops (z.B. Malerei, Hornkämme, …). Außerdem bietet das Städtchen große Garten- und Wohnanlagen ehemaliger bedeutender chinesischer Familien, die besichtigt werden können. Empfehlenswert sind auch die großen Suppentöpfe mit Nudeln, Fleisch und Gemüse, die in Kleinstgaststätten von Bewohnern angeboten werden. Günstig, viel und gut. So ein Suppentopf würde bei uns glatt als Vorspeise für 4 Personen durchgehen. Die Rückreise nach Shanghei war eine echte Geduldsprobe. Es war Sonntagabend und die Straßen waren komplett verstopft. Trotzdem ging sich noch ein Abendspaziergang in der Nanjing Road aus, wobei der M&M-Store natürlich auch nicht ausgelassen wurde.

Am 9.11. haben wir das Expogelände der Weltausstellung von 2010 besucht. Die Nachnutzung der vier Hauptgebäude erfolgt durch Geschäfte und Restaurants, die fast wie ausgestorben waren. Auch die sich in der Nähe befindliche Mercedes-Benz-Halle (hat die Form einer Auster), die unter anderem für große Konzerte genutzt wird, wurde von uns unter die Lupe genommen, bevor es dann wieder zurück ins Hotel ging. Abends machten wir eine kurze Bootsfahrt am Huangpu und ließen die vielen verschieden beleuchteten Gebäude und Werbetafeln auf uns wirken. Um den Tag anschließend auf einer der vielen Dachbars mit Blick auf Pudong ausklingen zu lassen – in diesem Fall in der Captain Bar.

Der letzte Tag vor der Abreise wurde noch zum Shoppen, Kaffeetrinken und für die Erkundung des Peoples Square genutzt. Dort befinden sich auch das Shanghai Museum, das u.a. die sehenswerte Shanghai Ausstellungshalle für Stadtplanung beherbergt, das Shanghai Theater und ein Park. Dieser ist eine willkommene Oase in der turbulenten Stadt und auch ein tolles Panorama für Bilder. Man sieht sowohl die Gärten des Parks als auch die Wolkenkratzer der Stadt. Den letzten gemeinsamen Abend mit Larissa verbrachten wir im thailändischen Restaurant „Bali“, wo wir ausgezeichnet speisten.

Die Rückreise am 11.11. erfolgte nach Umbuchung aufgrund eines Lufthansa-Streiks, nicht wie geplant über Frankfurt, sondern über Kopenhagen nach Wien. Nach rund 36 Stunden (Zeitverschiebung von 7 h, einem nächtlichen, mehrstündigem Aufenthalt in Wien am Hauptbahnhof und der Bahnfahrt nach Hermagor) waren wir froh, wieder zu Hause zu sein.

China – immer eine Reise wert – besonders bei so guter Organisation durch Sibylle u. Larissa und perfektem Wetter.

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