Japan von Süd bis Nord: Einsame Vulkane und entspannte Städte

Müde Füße in heißes Thermalwasser halten, durch Tempelanlagen und Samuraigärten schlendern, frisches Sashimi aufspießen, Tee trinken und am Boden schlafen – Japan kann überraschend entspannend sein. Anita Arneitz erzählt von ihrer Reise nach Fernost.

Kyoto

Wenn Japan, dann mit allen Highlights – von Süd bis Nord. Klar, das ist ganz schön anstrengend, vor allem weil zwischen den Highlights der Koffer über etliche Meter Pflastersteine gerollt und über zahlreiche Stufen bei der U-Bahn hochgeschleppt werden muss. Aber dafür ist die Reise günstig. Denn mit dem „Japan Rail Pass“ für Touristen kann richtig viel Geld gespart werden und dank den modernen Schnellzügen geht’s im rasanten Tempo von einer Stadt in die Nächste.

Zug (2)

Erster Stopp ist Kagoshima im Süden. Die Ecke ist touristisch alles andere als überlaufen und die Einheimischen freuen sich riesig, über den Besuch aus dem Ausland und das Interesse an Land und Leute. Beim shabu-shabu-Essen, bei der Stücke vom schwarzen Schwein durch heiße Suppe geschwenkt werden, kommt man schnell ins Plaudern. Im Senganen-Garten gibt es dann einen ersten Einblick in die japanische Gartenkunst und einen fantastischen Ausblick auf den Vulkan Sakurajima, der noch sehr aktiv ist und an manchen Tagen die Stadt mit einer feinen Ascheschicht bedeckt. Aufgrund dessen gedeiht hier das Gemüse besonders gut und die Gegend ist stolz auf ihre riesigen Rettiche, die eingelegt in Essig bereits zum Frühstück serviert werden. Auf der Vulkaninsel lässt sich ein herrlich entspannter Tag verbringen – mit Hop-on-Hop-off-Bus zum Vulkan, Wanderung auf dem Lava-Trail entlang der Küste, frischen Sashimi und Wellness in den heißen Quellen.

Kagoshima (3)

Im Kumamoto beeindruckt die Festung genauso wie die traumhaft schönen Gärten. Tipp: Unbedingt ein Maskottchen mitnehmen! Jede Region hat ihr eigenes Maskottchen und jenes von Kumamoto ist besonders bärig. Auf der Schreininsel Miyajima streicheln wir die Rehe, die sich frei bewegen. Aber aufpassen auf die Tasche – die Rehe wissen genau, wie man eine Tasche öffnet und sich den Minikuchen daraus klaut. Für die Tempelanlagen und das Torii im Wasser sollte man sich ausreichend Zeit nehmen. Als Stärkung gibt es im Anschluss gegrillte Austern, eine regionale Spezialität.
Nach soviel Natur und Kultur wird es Zeit für eine Großstadt. In Hiroshima finden wir uns schnell zurecht und genießen laue Abende am Fluss, bummeln durch kilometerlange, blickende Einkaufspassagen und besuchen den Atombomben-Dom sowie den Friedenspark, um mehr von der Geschichte zu erfahren. Bevor wir in die nächst größere Stadt Kyoto eintauchen, folgt ein Zwischenstopp im Himeji. Erst seit ein paar Monaten ist die Burg des Weißen Reihers nach einer Renovierung wieder geöffnet. Danach genießen wir Tee und den Indian Summer in den Samuraigärten, in denen die Zeit nur so verfliegt.
Am ersten Tag in Kyoto wartet eine Menge Tradition – mit goldenen und silbernen Tempel, dem Palast des Shogun und einem Abend im Geishaviertel Gion. Jedes Viertel der Stadt hat seinen eigenen Reiz – es gibt moderne Ecken mit Wolkenkratzern und Leuchtplakaten, aber auch alte Teile mit romantischen Gässchen und Holzhäuschen. Damit ist für jeden etwas dabei.

Tokio (1)

Vorbei am Fuji düsen wir nach Hakone, einem beliebten Erholungs- und Kurort der Städter von Tokio. Die Anreise gleicht einer kleinen Weltreise – zuerst mit Schnellzug, dann Bergbahn, umsteigen in die nächste Bergbahn, weiter mit dem Bus, den Ashisee mit dem Schiff überqueren und zurück mit dem Bus. Die umständliche Fahrerei hat mitunter damit zu tun, dass die Seilbahn über den Vulkan seit eine guten halben Jahr gesperrt ist – zu gefährlich, weil der Vulkan raucht und brodelt. Davon lassen wir uns aber nicht abhalten und besuchen das Open-Air-Museum, das Torii, das alte Zollhäuschen und spazieren auf der alten Handelsstraße. Danach checken wir in einen Ryokan ein, einem traditionell japanischen Gästehaus. Straßenschuhe werden hier ausgezogen und ein Kimono übergeworfen. Die Zimmer bestehen aus einem Raum, in dem am Boden zur Begrüßung Tee serviert wird und am Abend ein kuscheliges Futon aufgebaut wird. Herrlich, so am Boden zu schlafen!
Ausgeruht geht’s in die Neunmillionenmetropole Tokio, wo der Tag im Ueno-Park mit Kultur beginnt und im 52. Stock im neuen Roppongi-Viertel mit einer superlativen Aussicht auf die leuchtende Stadt endet. Auch hier hat jedes Viertel sein eigenes Flair – Tempel in Asakusa, Menschenmassen in Shibuya, hippe Junge in Harajuku, Ruhe und Grün in Shinjuku, Hightech in Akihabara oder Luxus in Shiodome. Alles zu sehen – einfach unmöglich.
Weitere Informationen: www.anitaarneitz.at/blog
Fotos: Anita Arneitz & Matthias Eichinger

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