Georgien – Von T’bilisi in den Großen Kaukasus

Um es einmal so zu formulieren: In Georgien landet man voraussichtlich nicht, wenn man nicht entweder begeisterter Bergsteiger ist oder im Grunde in Europa schon so ziemlich alles gesehen hat. Das liegt jedoch beim besten Willen nicht daran, dass dieses Land im Süden des Großen Kaukasus nichts zu bieten hat. Vielmehr ist es ein fast unberührter Juwel, der Balkon Europas.

T’bilisi

Am liebsten reise ich in Länder die vielleicht nicht unbedingt auf jedermanns Sommerurlaub-Liste stehen. Länder, die sogar noch etwas mystisches an sich haben. Von Georgien wurde ich ganz sicher nicht enttäuscht. Das einzige Manko, ich habe viel zu wenig Zeit dafür.

Mein kurzer Ausflug nach Georgien beginnt in der Hauptstadt T’bilisi (zu dt.: Tiflis). Durch die eine oder andere Erzählung über Georgien und seinen Nachbarn Armenien hatte ich schon ein ungefähres Bild im Kopf was mich vielleicht erwarten wird. Überrascht wurde ich dann trotzdem gewaltig.

Alt-Stadt T'bilisi

Alt-Stadt T’bilisi

T’bilisi ist das Herz Georgiens, und das schon seit der Antike. Knapp ein Viertel der Bevölkerung lebt hier in der geschichtsträchtigen Hauptstadt, also rund eine Mio. Menschen. Jedoch Stress und Unruhe kann man hier lange suchen. Die georgische Mentalität würde das erst gar nicht zu lassen. Beim Schlendern durch die Altstadt wird man wahrscheinlich bei mehr Weinkellern hängen bleiben als bei den zahllosen Sehenswürdigkeiten. Wird Georgien doch als das Geburtsland des Weines bezeichnet. Zumindest geht es mir so. Lieber von den Einheimischen bei einem ausgezeichneten Gläschen Wein mit Händen und Füßen die Geschichte Georgiens erzählt bekommen als bei 40° von einem Museum zum anderen hetzen.

In der Altstadt, die von der im 17. Jahrhundert errichteten Nariqala Festung überragt wird, teilen sich ähnlich wie in Jerusalem Christen, Juden und Muslime den Lebensraum. Nur ohne die massiven politischen und religiösen Spannungen. Direkt am Fuße der Festungsanlage mit ihrem traumhaften Panoramablick über die gesamte Stadt liegt Abanotubani, das Bäderviertel der Stadt. Seit über 700 Jahren werden dort die heißen Schwefelquellen unter der Stadt genutzt. Wodurch T’bilisi auch seinen Namen erhielt, zu deutsch bedeutet es so viel wie ‚warme Quellen‘. Wer sich in T’bilisi nicht mindestens einmal den Luxus in einem der Bäder gönnt, hat meiner Meinung nach schon mal das Beste versäumt. Da können teilweiße die berühmten Türkischen Hammams nicht mithalten.

Von der Kulinarik fange ich hier erst gar nicht an zu schreiben. Sonst findet dieser Bericht nie ein Ende. Solls doch nur ein kurzer Einblick in dieses wunderschöne Land sein. Es sei nur soviel gesagt: Man könnte einfach non-stop essen und eine Köstlichkeit nach der anderen probieren. Was ich auch getan habe.

Kleiner Gewürzmarkt

Kleiner Gewürzmarkt

Von T’bilisi ging es für mich dann mit dem Nachtzug weiter ins rund 300 km entfernte Zugdidi im Westen Georgiens. Eine eher unbedeutende Kleinstadt, die hauptsächlich als Ausgangspunkt dient um nach Abkhazien oder Swanetien zu kommen. Und genau deshalb bin ich dort gestrandet um dann auch so bald als möglich weiter in die Höhen des Kaukasus, nach Swanetien zu kommen. Mein nächstes Ziel war die Kleinstadt Mestia, die Mitten im Großen Kaukasus auf ca. 1500 Meter Seehöhe liegt. Swanetien ist eine so abgelegene Gegend, dass alleine die Marshrutka-Fahrt (Minibus) von Zugdidi aus ca. 5-6 Stunden dauert. Man könnte auch mit einem Klein-Flugzeug von T’bilisi aus anreisen, aber wo wäre dann noch die Spannung. Außerdem sind die Flugzeiten, naja, sagen wir mal flexibel. („Ah, Sie sind derjenige, der ein Ticket gebucht hat. Tja das Flugzeug kommt heute doch nicht.“)

Außerdem gehört Mestia zum UNESCO-Welterbe. Die gesamte Gegend ist von unzähligen steinernen Aussichtstürmen übersät. Da, wie schon erwähnt, Swanetien so abgelegen von jeglicher Zivilisation ist, ist es auch nie unter irgendeine Herrschaft gefallen. Dafür haben sich die Menschen einfach Steintürme errichtet um zumindest ein Mindestmaß an Schutz zu haben. Für den Fall, dass sich vielleicht möglicherweise ja doch mal jemand rauf in die Berge verirrt. Die von 4000 Meter hohen Bergen umringte Kleinstadt ist der perfekte Ausgangspunkt für Wander-, Berg- und Raftingtouren mitten in eine noch quasi unberührte Landschaft, die noch hauptsächlich von Bären und Wölfen beherrscht wird. Außerdem ist nur einige Kilometer weiter bergauf das höchst- gelegene, permanent bewohnte Dorf Europas, Ushguli.

Steintürme Mestia, Swanetien

Steintürme Mestia, Swanetien

Nach ein paar Tagen Wandern und als mir das kalte, regnerische Klima im Kaukasus wieder schön langsam zu viel wurde gings dann auch wieder zurück. Über Zugdidi, den Kolkethi National Park bis in Georgiens Sommer-Hauptstadt Batumi. Eine nette, fluorierende Kleinstadt an der türkischen Grenze. Noch zwei Tage durch die netten ruhigen Gassen der Stadt spazieren, gut essen und trinken und schon war mein kurzer Georgien-Trip auch schon wieder vorüber. Wie schon anfangs gesagt: Leider viel zu kurz. Muss man halt noch einmal hin!

2 thoughts on “Georgien – Von T’bilisi in den Großen Kaukasus

  1. .. wie IMMER : TOP Bilder und TOP Reisebericht … IMMER interessant zum lesen bzw. anschauen … 16 Tage noch : dann hab ich URLAUB : und gebucht wie IMMER : im “ GAILTALER REISEBÜRO “ – weil dort der “ KUNDE der KÖNIG “ ist !!! .. und IMMER alles gepasst hat …..

Wir freuen uns über Kommentare!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s