Träume aus Feuer und Eis – Island

­­­­Kaum ein Land in Europa ist wohl so geheimnisvoll und unberührt wie diese Vulkaninsel. Wunderschöne Seen, Wasserfälle und beeindruckende Gletscherformationen verleihen diesem Stückchen Erde einen besonderen Charme. Wir sind schließlich mit unserer kleinen-feinen Gruppe Ende Juli aufgebrochen um für eine Woche dieses bizarre Land zu bereisen. Eine Entscheidung, die von uns sicherlich niemand bereut hat!

Jökulsarlon Gletscherlagune

Brugger Hans, Egger Charlotte, Brugger Ingrid, Lasser Lissy, Guggenberger Gabriele, Jannach Gerda (v.l.n.r.)

Trotz eines recht chaotischen Transfers und leichten Hotelverwechslungen sind wir schließlich doch in Islands Hauptstadt Reykjavik angekommen. Eine besonders gemütliche Stadt, aber dazu später noch mehr.

Am ersten Tag unserer Rundreise ging es sogleich los mit einer Tagestour um die wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes – dem so genannten Golden Circle:

Unsere Fahrt beginnt in dem Nationalpark Thingvellir. Diese von Vulkanen umgebene Grabenbruchzone ist nicht nur auf Grund ihrer besonderen Landschaft und des traumhaften Þingvallavatn Sees sehr beliebt sondern hat auch historisch und geologisch einiges zu bieten.
Hier wurde einerseits im Jahre 930 eines der ersten deomokratischen Parlamente der Welt ausgerufen – nach dem Antiken Griechenland und dem Römischen Reich. Andererseits lässt sich hier das Auseinander driften der eurasischen und amerikanischen tektonischen Platten beobachten – zumindest wenn man ein paar Tausend Jahre Zeit zum Beobachten hat.

Weiter ging es danach zum Großen Geysir – der älteste bekannte und teils noch aktive Geysir der Welt. Momentan ist seine Aktivität jedoch stark zurückgegangen, wenn man bedenkt, dass seine Wassersäule bereits bis zu 122 Meter erreichte und somit noch immer den größten Geysir der Welt darstellt.

Da wir gerade bei Geysiren sind wurde auch gleich noch die kleinere Springquelle Stokkur besichtigt, welche regelmäßig in kurzen Abständen eine kochend heiße, 25 Meter hohe Wasserfontäne in den Himmel schießt.

Litly Geysir

„Kleine Geysir“

Ein besonderes Highlight des Tages war schließlich der „Goldene Wasserfall“ Gullfos. Hier stürzt der Fluss Hvita in zwei Stufen 32 Meter in die Tiefe, dabei entstehen große Mengen an Sprühnebel, welche bei Sonnenschein traumhafte Regenbögen in die Luft zaubern.

Entlang der Südküste ging es dann noch vorbei an den Wasserfällen Skogafoss und Seljalandsfoss bis zu unserer Unterkunft im südlichsten Städtchen Islands – Vik.

Weiter ging es am Tag 2 mit einem weiteren atemberaubenden Nationalpark – dem Skaftafell. Dieser leicht bizarr wirkende Wasserfall stürzt über schwarze Basaltsäulen nur einige Meter in die Tiefe. Hier ist ziemlich augenscheinlich warum der Svartifoss übersetzt „Schwarzer Wasserfall“ bedeutet. Das Basaltgestein scheint fast wie ein Rahmen aus schwarzen Orgel-pfeifen zu sein.

Unseren Atem raubte uns an diesem Tag jedoch kein Wasserfall, sondern eine unvergessliche Bootsfahrt in der Gletscherlagune Jökulsárlón am Südrand des Vatnajökull. In Islands größtem und zugleich tiefstem Gletschersee treiben bis zu über 1000 Jahre alte Eisberge durch die Lagune, deren Anblick einem den Atem stocken lässt.

Diese Szenerie hat wohl schon viele verzaubert, war die Lagune doch schon des öfteren Schauplatz für Filme wie James Bond, Batman und einige weitere. Wer sich einmal in diese Gegend verirren sollte, darf sich eine Bootsfahrt durch die Lagune nicht entgehen lassen.

Jökulsarlon Gletscherlagune

Jökulsarlon Gletscherlagune

Unsere Reise führt uns weiter entlang dieser rauen und einsamen Küstenlandschaft Südost-Islands. Wenn man achtsam genug ist, sieht man in der Ferne vielleicht sogar einen kleinen Troll. Sollen doch die eigentlich durch Lava-schichten geformten Turmberge Islands versteinerte Trolle sein, die den Sonnenaufgang vergessen haben und bis ans Ende aller Tage in dieser Form dastehen müssen.

Wir fahren weiter entlang der eindrucksvollen Ostküste mit ihren tiefen Fjorden und kleinen Fischerdörfern bis wir die Einöde Mödrudalur überqueren um zu Europas mächtigstem Wasserfall zu gelangen, den Dettifoss. Mit 45 Meter ist er zwar nicht der höchste Wasserfall Europas, doch mit 193m³ Wasser die pro Sekunde über die Felskante donnern der mächtigste und kraftvollste.

Im Myvatngebiet angekommen besichtigen wir unter anderem die kochenden Schlammquellen und Solfataren im farbenprächtigen Hochtemperaturgebiet Namaskard. In diesem Vulkanfeld mit seinen zischenden Dampf- und Schwefelquellen kann man zumindest erahnen woher der Ausdruck „in Teufels Küche“ wohl stammen mag.

Da es um diese Jahreszeit auch nicht finster wird nehmen wir auch noch nach dem Abendessen an einer Wale Watching Tour teil. Und zu unserem Erstaunen waren neben einigen Delphinen auch ein Orca und ein Buckelwal zu entdecken. Leider ist seit 2006 der kommerzielle Walfang in Island wieder teilweise erlaubt worden, was natürlich den Lebensraum und die Arterhaltung dieser wunderschönen Tiere wieder massiv gefährdet.

Husvik Pause

Hafen in Husavik

Wir sind bereits in Akureyriim Norden des Landes – angekommen und besuchen den zwischen der Stadt und dem Myvatnsee gelegenen Godafoss. Er zählt zu den bekanntesten Wasserfällen Islands und verdankt seine hufeisenförmige Gestalt dem Gletscherfluss Skjalfandafljot, der sich seinen Weg durch ein altes Lavafeld bahnen musste.
Kaum eine andere Gegend Islands bietet eine solch breite Palette an Naturwundern wie die Landschaft im Myvatngebiet. Der Myvatn See ist für das einzigartige Vogelleben und die erstaunlich vielfältige Vegetation bekannt. Hier kann man auf Inseln und Halbinseln die Pseudokrater von Skutustadir sehen, die jedoch nicht selbst vulkanisches Material ausgestoßen haben, sondern durch das explosive Zusammentreffen von Lava und Wasser entstanden sind. Das ist der Grund weshalb man sie auch Pseudokrater nennt.

Einen weiteren Stopp legen wir schließlich noch in der Asbyrgi-Schlucht ein. Diese bizarre, hufeisförmige Schlucht – die häufig als „Grand Canyon Islands“ gepriesen wird – wurde laut Legende von Leipnir, dem Pferd des Gottes Odinn geformt. Ein Spaziergang durch die von Wald durchzogene Schlucht ist schlicht beeindruckend.

Von Akureyri führt die Fahrt über die Hochebene Öxnadelsheidi nach Skagafjördur. Hier besuchen wir das gut erhaltene Freilandmuseum Glaumbaer. Dieses umfasst mehrere Grassodenhäuser aus dem 18. und 19. Jht. Diese wurden für gewöhnlich in den Boden gegraben und die dabei anfallenden Grassoden wurden zu Wänden aufgestapelt.

Nachdem wir im Tal Nordurardalur den erloschenen Krater Grabok bestiegen haben geht unsere Tour weiter durch das Landwirtschaftsgebiet am Fjord Borgafjördur, weiter zur Stadt Borgarnes. Am Abend ging es schließlich wieder zurück nach Reykjavik.

Da wir diesen Abend zur freien Verfügung haben nutzen wir auch gleich die Gelegenheit zu einem Bad in der Blauen Lagune. Natürlich dürften Fotos nicht fehlen auf denen wir uns den mineralischen, milchig-blauen Schlamm ins Gesicht schmieren.

Blaue Lagune

Blaue Lagune

Langsam geht unsere Rundreise auch schon wieder zu Ende. Der heutige Tag steht uns zur freien Verfügung und so können wir nach einem gemütlichen Frühstück auch endlich die Hauptstadt Reykjavik etwas erkunden.

Was jedoch sofort bei einem Einkaufsbummel auffiel – irgendwie auch passend – dass die Mode nach unseren Maßstäben aus dem Jahre Schnee ist.

Wir besuchen noch das 2011 eröffnete Konzerthaus „Harpa“, dass neben Sitz der Nationaloper und des Nationalorchester auch ein beliebter Treffpunkt mit Geschäften und Restaurants ist. Nach einer kleinen Entspannungspause bei der Hallgrimskirka Kirche lauschen wir noch ein wenig der Organistin beim Üben und fahren mit dem Lift schließlich noch auf den Turm um die wundervolle Aussicht über die Stadt zu genießen.

So ging dann auch der letzte Tag recht schnell zu Ende und nach einem Fläschchen Wein im Hotel ging es auch schon wieder in Richtung Flughafen.

Einige Details am Rande:

  • 2/3 der Isländer wohnen im Hauptstadtgebiet um Reykjavik
  • 315000 Einwohner, Bevölkerungsdichte wie in Australien
  • Mit 68% die meisten unehelichen Kinder der Welt
  • Die Stromerzeugung Islands ist vollständig regenerativ. Rund 73 % wird durch Wasserkraft erbracht sowie knapp 27% durch Geothermie.

5 thoughts on “Träume aus Feuer und Eis – Island

  1. WUNDERSCHÖNER REISEBERICHT :

    SUPER geschrieben …
    TOP BILDER ….

    Interessante Reise !!!
    DANKE für diesen Bericht

    Lg aus Villach

  2. Liebe Lissy, heute zufällig auf deiner Homepage- super Bilder und toller Reisebericht über Island. Liebe Grüße und bis bald Marianne und Herbert

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